Wie wirklich schlimm Gefangenheit ist, spürte ich leider erst, als ich das Gefühl der Freiheit kannte.
So ergab ich mich 20 Jahre, über die Hälfte meines Lebens, meiner Gefangenheit, kämpfte verzweifelt und spürte, unfähig zu handeln, mein tägliches Scheitern. Immer wieder Angst, keine Ruhe, nie Ankommen, Schreie welche stumm waren. Ich schrie und schrie und schrie, aber es drang kein Laut aus mir. Der Glaube an ein anderes Leben, ein Leben ohne Zwang, die Hoffnung aufrecht zu gehen ohne Angst und Versteck zu suchen, diesen Glaube hatte ich verloren. Mein Gefängnis hatte Besitz von ihm ergriffen und die
Sehnsucht
danach

in mir gelöscht.

Über meinen Lebenslauf möchte ich nicht viel schreiben, da nahezu Alles durch, mit und von diesem Gefängnis, meiner Suchtkrankheit, geprägt ist. Ist es wirklich wichtig von Studienzeiten, Professoren oder irgendeiner, vermeindlich anerkannten (durch was überhaupt) Galerie zu sprechen? Für mich ist es das nicht. Mein größter Abschluss, mein höchstes Diplom ist das Geschenk der Befreiung nach 20jähriger Abhängigkeit, welches mir das Höchste überhaupt ermöglichte, endlich frei zu Leben.

Was gibt es schöneres, welche Ausbildung könnte diese Inhalte füllen, als dieses bisherige Leben, welchem ich voller tiefer Dankbarkeit gegenüberstehe, denn ich bin hier und ich darf sein.
Nun ist es mir so wichtig durch meine Erfahrungen Mut zu sprechen, Mut nicht alle Dinge annehmen zu müssen, sondern zu ändern, zu kämpfen und zu glauben. Alles ist möglich, es kann so ungeglaubt einfach schwierig sein. Meine Sprache ist die Farbe, meine Bilder sollen berühren, Kraft sprechen und dort ankommen wo sie für den Einzelnen wichtig sind. Mir ist es wichtig, dass jeder seine eigene Interpretation findet, deshalb erhalten die Arbeiten auch meist keine Namen und sollen grün sein wenn sie rot sind und weiss wenn sie schwarz sind.
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